„Den Wert eines Menschen erkennt man zuverlässig daran, was er mit seiner Freizeit anfängt.“
Karl Heinrich Waggerl, östr. Schriftsteller
Liebe Daheimgebliebenen und liebe Freunde,
ich merke immer stärker, dass sich das Glas immer höher füllt und die Zeit in weniger als 3 Monaten zu Ende sein wird.
Im Moment bin ich sehr ausgeglichen und meine Freizeit genieße ich damit, selbst die letzten Winkel Ammans abzuklappern und immer wieder das Neue, Abenteuerliche zu suchen.
Am 14. April, also eine Woche nach meiner phänomenalen Wadi Tour
stand bei uns die Internatsosterfeier an. Der Internatshof wurde dazu bunt gestaltet und und ein vielfältiges Programm
hat den Kindern einen tollen Tag beschert. Als erstes stand das alljährliche Ostereiersuchen an. So glückliche Gesichter
wie bei dieser Aktion gibt’s sonst nur an wenigen Tagen. Jeder Winkel und jede Ecke wurde abgesucht und ein jedes Kind hat mir stolz seine Funde präsentiert.

Danach durften die Kinder auch Ostereier selbstständig anmalen, die am Ende an einen knorrigen, kleinen Baum gehängt wurden. Mittlerweile hatte man auch angefangen, arabische Osterlieder zu singen. Nach einem sehr leckeren Osteressen – Hähnchen mit Reis und Labaneh – erwartete ich noch kurzfristig Besuch aus Israel. Drei Volontärinnen, davon eine gute Freundin Helens, die ich 2003 auf einer Jugendfreizeit kennengelernt habe, hatten sich am Morgen angemeldet. Insgesamt verbrachten sie 5 Tage im Haschemitischen Königreich, davon 2 Nächte in der Schneller-Schule.
Spontan habe ich mir überlegt, über die Osterferien einen Kurzurlaub am Roten Meer zum Schnorcheln, Lesen und Entspannen zu gönnen. Gemeinsam mit einer Freundin aus der gtz ging’s mit einem etwas modrigen (naja, so ist halt Jordanien) Reisebus in einer 5h Fahrt nach Aqaba, Jordaniens „Südmetropole“. Das Wetter war sehr mediterran und angenehm warm bei 25-30° C. Absolutes Highlight war am Samstag der Royal Diving Club und seine wirklich schöne Korallenbucht.

Leider waren die 2 1/2 Tage viel zu schnell vorbei. Aber am Sonntag ging es schon wieder weiter mit einem leckeren Ostermenü, das die beiden Mädels zusammen mit dem Propst aus Jerusalem und Christina gekocht haben. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Herrn Gräbe, der einen leckern Teil dazu beigetragen hat. Auch sein Gottesdienst an diesem Abend war sehr schön. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum wir am 19. April Ostern gefeiert haben. Das möchte ich euch knapp erklären. Unter den Christen in Jordanien gibt es verschiedene Spaltungen. Katholiken, Orthodoxe, Lutheraner, Anglikaner und noch eine ganze Menge mehr. Das Königshaus hat der gesamten Christenheit aber nur einen Tag an Ostern und einen an Weihnachten als Feiertag eingerichtet. So musste man sich also auf einen verbindlichen Termin einigen, da die Ostkirchen (dazu gehören auch die orientlischen Kirchen) den gregorianischen Kalender wie wir ihn kennen nicht angenommen haben. So hat man sich geeinigt, dass man Weihnachten am 25. Dezember jeden Jahres feiert aber Ostern nach dem Ostkalender.
Dieses Wochenende haben Tonio, Michaela und ich uns mal Pfannkuchen gemacht. Dazu gab’s einen frischen, bunten Salat und zum Nachtisch Wassermelone.

Nur das Beste, euer Fabi.




