Hallo Jungs und Mädels, Friede sei mit euch!
endlich berichte ich wieder von neuen Heldentaten. Ganz erfreulich blicke ich als „Blog-Chef“ auf den letzten Artikel von der lieben Helen, die euch einen sehr tiefgründigen Einblick gewährt. Von meiner Sicht kann ich keineswegs von einem Halbzeittief sprechen, da es mir gerade super gut geht. Das liegt zum einen daran, dass am Sonntag Mama und Papa im Land eingetroffen sind, zum anderen aber auch an dem, was in den vergangenen Tagen passiert ist.
Silvester war der Hammer. Alle Volos aus Jordanien (bis auf Tonio, der war im Libanon) geeint, dazu noch Simon, Helens Freund, Justine, Franzis Freundin Marie und drei jordanische Gäste: Hamzeh, Montaser und Zaef. Nachdem ein bomben Menü wie an Weihnachten vom Aufwand her zu viel des Guten gewesen wäre, hat es auch ein leckeres drei Gänge Menü getan:
Ein knackiger Caesars Salad gefolgt von Chicken-Curry und arabischer Gemüsepfanne, abgerundet von leckerem Frucht- und Milcheis. Natürlich durften jede Menge kühle Biere nicht fehlen, obwohl das in einem muslimischen Land zu den großen Tabus gehört. Naja, wir sind ja zum Glück keine Muselmänner. Am Ende hatte einer unserer jordanischen Gäste, wohlgemerkt ein Muslim, seinen ersten Rausch. Sehr lustig. Die anderen haben ihn dann frühzeitig in Hamzehs Bett gesteckt. But the party was still rockin. Bis in die Puppen wurde getanzt, ob arabisch oder zu Housebeatz. Als dann auch Hamzeh müde war – unter anderem auch von seinem leichten Rausch – hat er sich einfach auf ihn gelegt, der noch in seinem Bett schnarchte.

Hier bereiten Helen und ich den Hauptgang vor.

v.l.n.r.: Fabi, Monti, Franzi (verdeckt), Marie und Simon.
Auf Silvester folgte am zweiten Januar ein Volontärsausflug mit der deutschen Gemeinde. Diesmal wurde der Osten Jordaniens mit seinen schönen Wüstenschlössern erkundet. Wir hatten wirklich herrliches Wetter für Januar. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein bei einer leichten Brise um die 5-10° C.

Das einsame Wüstenschloss Qasr al-Kharana - diente es damals als Lustschl0ß?
Arbeiten mussten wir natürlich auch mal wieder. Am 03. Januar kamen die Kinder wieder, die dann bis zum 08. ihre letzten Schulprüfungen vor sich hatten. Dann war auch schon wieder frei. Die Semesterferien standen an, die noch bis zum 01. Februar andauern. Leider haben wir vom Direktor der TSS aufgrund von Raktenbeschüssen des Libanon auf Israel kein grünes Licht bekommen, unsere beiden Kollegen im Libanon an der Partnerschule (Johann-Ludwig-Schneller-Schule) zu besuchen. Diese waren übrigens ab 02. Januar bei uns zu Besuch und sind dann am 10. Januar wieder alleine abgereist.
Was also tun, wenn aufgrund des Gazakonflikts das Reisen in andere Länder nicht sinnvoll ist? Einfach das eigene Land noch besser kennenlernen. Kurzerhand haben wir uns über Musas Kontakte ein Mietauto für vier Tage genommen. Den ersten Tag verbrachten wir mit einer herrlichen Fahrt über die Königsstraße. Das ist die frühere Handelsstraße von Amman ans Rote Meer nach Aqaba. Auf dem Weg in den Süden gibt es jede Menge zu entdecken, was alleine mit dem Bus nicht so gut machbar wäre. Unter anderem haben wir die alte und guterhaltene Kreuzfahrerburg in Kerak angeschaut. Abends kamen wir in das beschauliche Dana Village und haben die Nacht im Dana Tower Hotel verbracht. Liebe Freunde in Deutschland, so ar…kalt wie dort hatte ich es glaube ich noch nie. Zwar haben wir nur Temperaturen um den Gefrierpunkt gehabt, aber durch den starken und eisigen Wind und mangels Heizung und Isolierung haben selbst vier Wolldecken übereinander bei mir nichts bewirkt.

Herrliches Wetter für Januar.

Die Sonnenuntergänge sind in Jordanien einfach wunderschön.

Beschde Truppe. Fehlen nur noch ToniYaYo, Monti und Hamzeh.
Der Dienstag war dann für eine ausgiebige Wanderung im Wadi von Dana reserviert. Insgesamt rund sechs Stunden haben wir die tolle Landschaft dort erkundet.

Canyon-Hiking in Dana.
Am Mittwoch gings nach Mukawir zu besagter biblischer Stätte, wo Salome getant haben soll und ihrer Mutter zu Liebe den Kopf von Johannes dem Täufer gefordert haben soll. Von diesem Punkt hat man einen sagenhaften Blick aufs Tote Meer.

Der Blick aufs Tote Meer vom biblischen Machärus mit Marie und mir.
Am letzten Tag der Vier-Tages-Reise waren wir schon sehr auf den jordanischen Wald Dibeen Forest gespannt. Das war bislang wirklich die grünste Stelle, die wir hier erlebt haben. Von Unterholz fehlt zwar weiterhin jede Spur, aber dafür haben wir zwei Wildschweine gesehen. Ein bisschen geärgert haben wir uns über die Parkaufmachung. Das Dibeen Forest Reserve ist zwar das jüngste Naturreservat, das 2004 gegründet wurde, aber es verfügt nicht mal über eine Karte oder eine Parkbeschilderung. So mussten wir auf gut Glück durch den Wald schlendern und hoffen, dass wir am Ende wieder zum Auto zurück fanden.
Zu guter letzt habe ich euch noch ein lustiges Foto vom Flughafen, als ich meine Eltern abgeholt habe.

Wiedersehen macht Freude – zuerst hat mich meine Mutti aber gar nicht erkannt.
Ausführliche neue Berichte erwarten euch wieder im Februar, wenn die Arbeit seinen gewohnten Gang nimmt. Bis dahin natürlich wieder nur das Beste.
Euer Fabi
