I’m flyin high over the rainbow – so high

22 01 2009

Hallo Jungs und Mädels, Friede sei mit euch!

endlich berichte ich wieder von neuen Heldentaten. Ganz erfreulich blicke ich als „Blog-Chef“ auf den letzten Artikel von der lieben Helen, die euch einen sehr tiefgründigen Einblick gewährt. Von meiner Sicht kann ich keineswegs von einem Halbzeittief sprechen, da es mir gerade super gut geht. Das liegt zum einen daran, dass am Sonntag Mama und Papa im Land eingetroffen sind, zum anderen aber auch an dem, was in den vergangenen Tagen passiert ist.

Silvester war der Hammer. Alle Volos aus Jordanien (bis auf Tonio, der war im Libanon) geeint, dazu noch Simon, Helens Freund, Justine, Franzis Freundin Marie und drei jordanische Gäste: Hamzeh, Montaser und Zaef. Nachdem ein bomben Menü wie an Weihnachten vom Aufwand her zu viel des Guten gewesen wäre, hat es auch ein leckeres drei Gänge Menü getan:

Ein knackiger Caesars Salad gefolgt von Chicken-Curry und arabischer Gemüsepfanne, abgerundet von leckerem Frucht- und Milcheis. Natürlich durften jede Menge kühle Biere nicht fehlen, obwohl das in einem muslimischen Land zu den großen Tabus gehört. Naja, wir sind ja zum Glück keine Muselmänner. Am Ende hatte einer unserer jordanischen Gäste, wohlgemerkt ein Muslim, seinen ersten Rausch. Sehr lustig. Die anderen haben ihn dann frühzeitig in Hamzehs Bett gesteckt. But the party was still rockin. Bis in die Puppen wurde getanzt, ob arabisch oder zu Housebeatz. Als dann auch Hamzeh müde war – unter anderem auch von seinem leichten Rausch – hat er sich einfach auf ihn gelegt, der noch in seinem Bett schnarchte.

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Hier bereiten Helen und ich den Hauptgang vor.

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v.l.n.r.: Fabi, Monti, Franzi (verdeckt), Marie und Simon.

Auf Silvester folgte am zweiten Januar ein Volontärsausflug mit der deutschen Gemeinde. Diesmal wurde der Osten Jordaniens mit seinen schönen Wüstenschlössern erkundet. Wir hatten wirklich herrliches Wetter für Januar. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein bei einer leichten Brise um die 5-10° C.

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Das einsame Wüstenschloss Qasr al-Kharana - diente es damals als Lustschl0ß?

Arbeiten mussten wir natürlich auch mal wieder. Am 03. Januar kamen die Kinder wieder, die dann bis zum 08. ihre letzten Schulprüfungen vor sich hatten. Dann war auch schon wieder frei. Die Semesterferien standen an, die noch bis zum 01. Februar andauern. Leider haben wir vom Direktor der TSS aufgrund von Raktenbeschüssen des Libanon auf Israel kein grünes Licht bekommen, unsere beiden Kollegen im Libanon an der Partnerschule (Johann-Ludwig-Schneller-Schule) zu besuchen. Diese waren übrigens ab 02. Januar bei uns zu Besuch und sind dann am 10. Januar wieder alleine abgereist.

Was also tun, wenn aufgrund des Gazakonflikts das Reisen in andere Länder nicht sinnvoll ist? Einfach das eigene Land noch besser kennenlernen. Kurzerhand haben wir uns über Musas Kontakte ein Mietauto für vier Tage genommen. Den ersten Tag verbrachten wir mit einer herrlichen Fahrt über die Königsstraße. Das ist die frühere Handelsstraße von Amman ans Rote Meer nach Aqaba. Auf dem Weg in den Süden gibt es jede Menge zu entdecken, was alleine mit dem Bus nicht so gut machbar wäre. Unter anderem haben wir die alte und guterhaltene Kreuzfahrerburg in Kerak angeschaut. Abends kamen wir in das beschauliche Dana Village und haben die Nacht im Dana Tower Hotel verbracht. Liebe Freunde in Deutschland, so ar…kalt wie dort hatte ich es glaube ich noch nie. Zwar haben wir nur Temperaturen um den Gefrierpunkt gehabt, aber durch den starken und eisigen Wind und mangels Heizung und Isolierung haben selbst vier Wolldecken übereinander bei mir nichts bewirkt.

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Herrliches Wetter für Januar.

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Die Sonnenuntergänge sind in Jordanien einfach wunderschön.

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Beschde Truppe. Fehlen nur noch ToniYaYo, Monti und Hamzeh.

Der Dienstag war dann für eine ausgiebige Wanderung im Wadi von Dana reserviert. Insgesamt rund sechs Stunden haben wir die tolle Landschaft dort erkundet.

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Canyon-Hiking in Dana.

Am Mittwoch gings nach Mukawir zu besagter biblischer Stätte, wo Salome getant haben soll und ihrer Mutter zu Liebe den Kopf von Johannes dem Täufer gefordert haben soll. Von diesem Punkt hat man einen sagenhaften Blick aufs Tote Meer.

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Der Blick aufs Tote Meer vom biblischen Machärus mit Marie und mir.

Am letzten Tag der Vier-Tages-Reise waren wir schon sehr auf den jordanischen Wald Dibeen Forest gespannt. Das war bislang wirklich die grünste Stelle, die wir hier erlebt haben. Von Unterholz fehlt zwar weiterhin jede Spur, aber dafür haben wir zwei Wildschweine gesehen. Ein bisschen geärgert haben wir uns über die Parkaufmachung. Das Dibeen Forest Reserve ist zwar das jüngste Naturreservat, das 2004 gegründet wurde, aber es verfügt nicht mal über eine Karte oder eine Parkbeschilderung. So mussten wir auf gut Glück durch den Wald schlendern und hoffen, dass wir am Ende wieder zum Auto zurück fanden.

Zu guter letzt habe ich euch noch ein lustiges Foto vom Flughafen, als ich meine Eltern abgeholt habe.

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Wiedersehen macht Freude – zuerst hat mich meine Mutti aber gar nicht erkannt.

Ausführliche neue Berichte erwarten euch wieder im Februar, wenn die Arbeit seinen gewohnten Gang nimmt. Bis dahin natürlich wieder nur das Beste.

Euer Fabi





Warum es sich lohnt, zu kämpfen!?

18 01 2009

Auch ich möchte nun endlich einmal einen Artikel schreiben, schließlich gehöre ich auch zur Crew. Und meinen ersten Artikel möchte ich dem Halbzeittief, dass doch einige von uns haben, widmen. 5 Monate sind wir: Fabi,Tonio,Franzi,Henni und ich nun hier in Jordanien. 5 Monate, die gefüllt sind von unterschiedlichsten Erfahrungen, Eindrücken, Bildern- manche bunt, manche schwarz. Am 14.Januar 2009 habe ich Franzi, Fabi und Henni gefragt, ob sie fanden, dass die Zeit schnell herum ging, oder nicht. Die Antwort war jeweils die Gleiche: Spontan gesagt sei die Zeit super schnell herumgegangen, wenn man jedoch etwas länger nachdenkt denkt man auch an die vielen Dürrezeiten und dann kommt einem die verronene Zeit ewig vor. Genau das ist es, gerade haben wir viel Zeit nachzudenken, denn leider ist unser geplanter Libanonurlaub aufgrund von Anschlägen im Süden Libanons ins Wasser gefallen. Aus diesem Grund müssen wir uns , ob wir wollen oder nicht, die Zeit hier in Amman tot schlagen. Natürlich unernehmen wir kleine Trips und Tagestouren, und doch man hat Zeit nachzudenken…über die vergangene Zeit, über das was noch ansteht. Und dabei stoße ich auf eine einzige Frage, wo ist nochmal der Sinn hinter all dem? Warum habe ich das nochmal gemacht? Ich habe das Gefühl, im Dunkeln zu tappen und es scheint kein Licht mehr zu sein. Meine Arbeit scheint sinnlos, ich fühle mich nutzlos, meine Arabisch-Kenntnisse scheinen sich nicht zu verbessern, das ewige Frieren und Kalt-Duschen hängt einem zum Hals heraus, vieles bei der Arbeit scheint verlogen, man ist mit so ziemlich allem unzufriden. Ja, ich bin mit vielem unzufrieden und ich weis, dass es auch den anderen Freiwilligen gerade so geht. Warum also noch weiter kämpfen? Warum noch weitermachen? Wo ist hinter allem der Sinn? Warum lohnt es sich, weiterzugehen? Ich möchte allen Mut machen, denn es gibt soviele Gründe, weiterzugehen…

Da wäre die Tatsache, dass viele Freunde und Familie einfach nur dumm gucken würden, würden wir nun in Deutschland vor der Haustüre stehen. Wie würden wir über uns selbst in 50 Jahren denken?(Gegenfrage!) Dann sind da die vielen neuen Eigenschaften, die solch ein längerer Aufenthalt mit sich bringt: ein Jeder von uns Freiwilligen kann stolz sein, auf das Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein, Geduld, Standhaftigkeit, Selbstständigkeit,… die nun  Teil von uns geworden sind. Dann sind da die vielen tollen Orte, die wir schon sehen durften, von der ruhigen Wüste bis hin zur tiefsten Stelle auf der Welt. Ja, wir haben schon soviel gesehen, schon soviel herumreisen können! Weiter geht es mit den Menschen, die wir kennen lernen durften. Was wäre die Deutsche Gemeinde ohne uns, was wären die Kinder in Salt ohne Tonio, was wären die Kinder, Hamze, Monti, Musa, Klaus, John, Viktor, Sandra, … von der Schneller Schule ohne Franzi, Fabi und Henni, was wäre Samir ohne mich? Wir denken, wir haben doch nicht wirklich etwas getan…doch wir haben, denn schon alleine ein nettes Lächeln, eine nette Geste verändert!!! Manchmal steckt in Kleinem viel mehr als in Großem!!!Dann gibt es da die vielen Sonnenuntergänge, die wunderschönen klaren Sonnenuntergänge- nicht viele können so etwas jeden Abend haben- haben wir nicht Glück?! Dann wäre da auch noch Falafel und Shuwerma- wären wir jemals in so einen gollen Genuß gekommen, wären wir nicht hier?! Ist es nicht etwas, worauf wir uns die nächsten 5 Monate freuen können?! Und dann wäre da die Tatsache, dass ich ohne diese Entscheidung hier herzukommen niemals Bekanntschaft mit Tonio, Fabi, Franzi und Henni hätte machen können! Diese vier Menschen sind mir so ans Herz gewachsen und ich will keinen Tag missen, an dem wir nicht soviel Spaß hatten, sei es bei Karaoke Abenden, lässigen Abenden mit Agile, die Kochabende, die Tours und Trips: von Aleppo bis nach Aquaba. Und schließlich komme ich zum letzten und wichtigsten Grund vorerst. Warum lohnt es sich weiter zu kämpfen, weiter zu gehen? WEIL wir nicht alleine laufen, weil wir nicht alleine kämpfen, auch wenn es sich so anfühlt! Gott geht mit uns , und der Sinn meines Daeins in Jordanien ist die Tatsache, dass Gott es so wollte.

Ich vergleiche mein Leben oft mit einem zugefrorenen See. ich stehe noch am Rand des Sees, doch ich muss darüber. Ich weis aber nicht, ob das Eis dick genug ist, wird es mich tragen? Wird es einbrechen? Soll ich es wagen? Soll ich nicht lieber umkehren? Oder einfach stehen bleiben? Gott sagt mir, dass das Eis dick genug ist, ich kann losgehen, ich brauche keine Angst zu haben! Aber woher weiß ich nun, ob es wirklich so ist? Mir bleibt nur eine Lösung: Glauben! Ich laufe los, ich glaube daran, dass Gott mich trägt. Ich laufe los und bin mir sicher, doch dann komme ich ins Schwanken, was wenn das Eis jetzt doch unter mir bricht, was wenn es doch nicht dick genug ist? Und so komme ich auf meinem Weg immer wieder ins Schwanken. Doch wenn mein Glaube stark genug ist, dann bin ich sicher! Und so sind auch wir Freiwilligen ab und zu im Schwanken und unsicher und fragen uns, ob das Eis dick genug ist! Und mit diesem Artikel möchte ich uns und allen anderen Freiwilligen auf der Welt Mut machen zu glauben- Gott hält uns- ES LOHNT SICH WEITERZUKÄMPFEN, WEITERZULAUFEN!