Man achte auf Leni in Sekunde 43^^.
Man achte auf Leni in Sekunde 43^^.
Endlich Ferien und doch mussten wir noch an unserem ersten freien Tag mit ein paar unserer Jungs nach Al-Fuheis fahren. Diese Stadt ist fest unter christlicher Hand und dort gibt es auch einen großen Weihnachtsbaum und so etwas wie einen Weihnachtsmarkt.
Also fuhren wir am 22. Dezember mit ca. 18 Jungs los nach Al-Fuheis. Was genau stattfinden sollte wussten wir nicht, aber die Königin Rania (http://de.wikipedia.org/wiki/Rania_von_Jordanien) sollte auch kommen und die wollten wir 3 Volos auf jedenfall sehen. Dafür nahmen wir es auch in Kauf noch mal Zeit mit den Jungs zu verbringen, obwohl wir eigentlich schon frei hatten. Dort angekommen durften dann aber leider nur eine Begleitperson mit unseren Jungs in den Raum, wobei Miss Abeer, Franzis Educatorin, mit gegangen ist. Unsere Laune sank automatisch extrem, vor allem weil auch nicht klar war, ob sie nun wirklich kommt oder nur einen Stellvertreter schickt. Das ist aus Sicherheitsgründen immer geheim und dadurch hatten wir auch keine Ahnung, wann sie kommen sollte. Selbst unser Direktor Hanna und Klaus kamen nicht rein. Mit ihnen fuhren wir jedoch dann zum Weihnachtsbaum, der an einem Verkehrskreisel stand. Dort warteten wir bei einem Café auf ihr Auftauchen. Die Ungewissheit, ob sie nun kommen würde oder nicht, machte die Sache nicht gerade entspannter. Doch um einen Blick auf die Königin zu erhaschen, wartet man auch mal eine Weile.
Und tatsächlich!!! Auf einmal war sie da!!! Als erstes hab ich nur Haare gesehen, doch sie überragte die anderen Damen um ein gutes Stück. Sie sieht einfach nur gut aus. In meinen Augen ist sie eine der schönsten Frauen der Welt. Sie hat klasse und trägt trotz Angehörige des muslimischen Glaubens kein Kopftuch, was ich persönlich sehr gut finde. Dann haben Kinder aus dem Ort etwas vorgetragen. Unter anderem Lisa, die Tochter von Musa, unserem pädagogischen Berater, auf deutsch. Als sie fertig war haben wir ganz laut geschrien, auch wenn sie es wahrscheinlich nicht gehört hat. Und dann gings auch schon wieder zurück ins Auto. Da hab ich die Königin so richtig von vorne gesehen. Auch deshalb, weil mich unser Direx direkt vor sich gezogen hat, weil die Sicht so gut war. Es war echt der Hammer. Wir waren so richtig glücklich danach. Ich habe nicht gedacht, dass ich in meinen 10 Monaten, die ich hier in Jordanien bin, ein Mitglied des Königshauses einmal selber sehen werde. Selbst unsere Erzieherin hat die Königin an dem Tag zum ersten Mal selber gesehen. Es war ein tolles Erlebnis und das ganze Warten hat sich echt gelohnt.
Ich drück euch alle und wünsch euch wunderschöne Weihnachten.
Henni
Servus Deutschland,
Wochenende schon wieder rum, doch es war mal wieder klasse. Nicht zuletzt wegen unserer Einladung ins 5-Sterne Grand Hyatt Hotel zum Brunch mit Bärbel Zimmermann und ihren Liebsten. Bärbel arbeitet in der Deutschen Botschaft als Sekretärin der stellvertretenden Botschafterin und hat uns kurzerhand in ihren Kreis der Liebsten zum Luxusschlemmen im Hyatt eingeladen. Wir haben sie zum ersten mal bei unserer obergenialen Wadi Tour im Spätsommer kennengelernt. Danach hat sie uns unter anderem eine Karte für den Botschaftsempfang klargemacht.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie man sich als „mickriger Volontär in Jordanien“ fühlt, wenn man plötzlich an einem edlen Tisch in einem 5-Sterne-Hotel sitzt, zweimal Besteck neben sich liegen hat und ein wahnsinns Buffet vor sich sieht. Ich hatte leider keine gute Fotokamera dabei, aber seht euch mal die Bilder an, die ich mit meinem Handy geschossen habe.

In der Lobby

In der Lounge

Das Dessert – himmlisch
Zum ersten mal hab ich Austern und Hummer gegessen. Das Dessert war mit einem großen Schokobrunnen, den feinsten Törtchen und Crème Brulée total lecker. Ich kenn von vielem gar nicht die Namen, aber es waren alle Speisen ganz edel verziert und schick hergerichtet.
Tja, das werden wir wohl in diesen 10 Monaten im Ausland nur einmal erleben. Krass fand ich auch – und mir ist an diesem Abend noch so einiges im Kopf rumgeschwirrt – welchen enormen Unterschied wir an diesem Tag erfahren haben. Wir fahren mittags von der Schneller-Schule, der Internatsschule jordanischer Kinder aus schwierigsten sozialen Verhältnissen, ins fünf Sterne Luxushotel Grand Hyatt Amman, in dem sich die absolute Oberschicht der Gesellschaft trifft und die vornehmsten Speisen genießt. Ich muss oft denken, wie ungerecht die Welt doch ist. Wieso haben manche Menschen in dieser Welt das Privileg, sich alles leisten zu können während andere am Existenzminimum leben und nicht wissen, wie sie ihre Familie ernähren können? Wo ist Gott? Ich habe mich nach diesem echt schönen Besuch sehr viele Dinge gefragt. Macht so viel Geld wirklich glücklich? Was würde ich alles machen, wenn ich einmal so viel Geld hätte? Kann es einen Wohlstand für alle Menschen geben?
Wieder einmal ein Erlebnis, das mich geprägt hat und mir zeigt, wie richtig meine Entscheidung für das Auslandsjahr war. Wenn ich in 6 Monaten heimkomme, dann bringe ich einen Schatz mit, der aus unbezahlbaren Momenten und Gefühlen besteht und den ich mein Leben lang besitzen werde. Das macht mich jetzt schon zu einem reichen Mann.
Bleibt mir gewogen.
Nur das Beste, euer Fabi
Hallo Freunde aus Nah und Fern,
bei uns geht’s jetzt ins Wochenende und die Pläne sind auch schon gefasst. Heute wird ein bisschen eingekauft, zum Barbier gegangen und Wäsche gewaschen. Morgen sind wir TSS’ler zum Brunch ins Grand Hyatt Hotel eingeladen.
Nun zu meiner kleinen Horroroffenbarung am gestrigen Abend. Gegen einen meiner Jungs habe ich „4 gewinnt“ gespielt, das wir ganz am Anfang von den deutschen Studenten geschenkt bekommen haben. Ärgerlicherweise kann man das Spiel nach gut 3 1/2 Monaten nicht mehr richtig spielen, da die Jungs so viele Einwurfchips verschlampert haben, dass es gerade mal für eine halbe Partie ausreicht. Irgendwie kam ich auf die Idee, die verlorenen Chips nachzubasteln. Dafür wollte ich erst einmal die Gesamtzahl der Einwurflöcher zählen. Wie man das schnell macht an so einem Raster ist ja logisch.Man schaut nach der Anzahl der Löcher in der Breite und dann in der Länge. Also 7 x 6 Löcher gleich 42 Löcher im gesamten. Weil mich natürlich interessiert hat, wie selbstständig die jordanischen Jungs das ausrechnen können, hab ich sie also gefragt, was 7 x 6 ist. Ali, mit dem ich gespielt habe, wusste es nicht und hat sich einen Kumpel gerufen. Der hat 36 gesagt. Es kamen immer mehr Jungs dazu, weil ich bei den Antworten leider immer „lâ“ (zu dt. nein) sagen musste. Ich war total schockiert, wie schlecht es um die einfachsten Rechenkenntnisse der Jungs bestellt ist. In der Zwischenzeit kam Ali dann auf die Idee, die Löcher doch mal einzeln abzuzählen. Selbst da hat er es nicht geschafft, auf 42 zu kommen. Das muss man sich mal vorstellen, die Jungs sind alle in der neunten bzw. zehnten Klasse (Abschlussklasse der Primary School) und können nicht mal das kleine 1 x 1. Am Ende musste ich sogar das richtige Ergebnis sagen, weil es mir keiner nennen konnte.
Ich bin wirklich froh, dass ich eine vergleichsweise so gute Schulbildung in Deutschland genießen konnte. Das ganze ist so schwierig hier. Die Lernbedingungen in der Schule und im Internat sind miserabel. Die Lehrer sind bei weitem nicht so gut ausgebildet und dementsprechend nicht kompetent genug. Pädagogik und Didaktik strebt gegen null. Um die Lernbereitschaft der Jungs ist es ebenso ganz schlecht bestellt.
Schönes Wochenende, nur das Beste
Euer Fabi
Am 6. Dezember lud unsere Gemeinde (wir sind mittlerweile alle Gemeindemitglieder und haben damit die Zahl der Mitglieder zum ersten mal über 30 katapultiert) zur Nikolausfeier ein. Wir waren fest überall mit eingeplant und so gings mit John und Klaus auch schon recht früh los. Wir mussten in die Partnerkirche „Zum guten Hirten“, da sie dort mehr Platz für unsere Nikolausfeier und den Weihnachtsbasar hatten, als wir im Gemeindezentrum.

Die Kirche „Zum guten Hirten“ der arabisch-lutherischen Partnergemeinde.
John hat den Stand der Schneller-Schule unter seinen Fitichen gehabt und auch ordentlich was verkauft. Doch bevor es so weit kommen konnte musste erst aufgebaut und Autos ausgeräumt werden. Doch da wir schon mal 4 Volontäre waren, Tonio wartete schon vor der Kirche als wir ankamen und Familie Al-Munaizel auch gut vertreten war, hatten wir es schnell geschafft. Dann gings noch an die Bastelvorlagen für die Kinder. Franzi und ich sollten das Basteln betreuen und schon konnte es losgehen. Wie immer bei solchen Veranstaltungen gibt es Leute, die zu früh oder zu spät kommen. Eine der Zuspätkommer war leider Helen, doch nicht absichtlich. Sie hatte noch in Irbid den Nikolaus machen müssen und saß deshalb noch im Bus nach Amman, als das Programm eigentlich schon los gehen sollte. Das wiederum war ein Problem, weil wir eigentlich zusammen, also sie auf der Gitarre und ich auf der Querflöte, das gemeinsame Singen begleiten sollten. So spielte halt nur ich mit und wir sangen alle ein bisschen lauter. Durch das Eröffnen fing auch das Basteln an. Es war gar nicht so einfach die Kleinen davon abzuhalten, unsere fertig zugeschnittenen Materialen zu etwas anderem zu benutzen, als Nikoläuse und Sterne. Irgendwann hab ich persönlich auch damit aufgegeben, weil es ihnen viel mehr Spaß gemacht hat, das zu basteln, was sie wollten, als wenn ich ihnen etwas zeige und sie es mir nach machen können. Also bin ich auch etwas rumgetrödelt, hab mir den Basar angeschaut und ein zwei der herrlichen Waffeln gegessen, die ein belgisches, so was von nettes Paar gebacken hatte. Gut vielleicht waren es auch mehr, aber da das gesamte Essen durch Sach- oder Geldspenden finanziert wurde, war es einfach zu verlockend, immer noch eine zu essen. So ging es glaub ich nicht nur mir. Da mittlerweile auch Helen eingetroffen war, haben wir uns zurück gezogen und noch mal kurz geübt und dann wurde noch mal gemeinsam gesungen. Und dann?!
Endlich kam der Nikolaus.
Sehr beeindruckend mit Rute und Glocke. So beeindruckend, dass auch sofort ein Kind angefangen hat zu weinen, doch wir hatten Glück, es war ein ganz lieber. Hat uns erst mal Knecht Rupprecht aufgesagt und dann gings ans Geschenke überreichen. Was gar nicht so schnell gemacht war, weil einige Kinder da waren. Danach konnten noch schön Fotos mit ihm gemacht werden, was auch viele Familien genutzt haben.
Und zur guter Letzt durften wir großen auch noch zu ihm. Uns Volos hat der Tag, trotz Anstrengungen glaub ich sehr viel Spaß gemacht.

Ho Ho Ho. Der Nikolaus hat euch alle lieb.
Und unsere Schule ist durch Klaus jetzt noch besser in der Gemeinde vertreten.
Danach musste erst noch grob aufgeräumt werden, doch auch das war schnell geschafft und los gings zurück an die Schule. Nicht mehr richtig wach, doch für mich und bestimmt auch den anderen, war es schön den Kindern so auch eine Freude und ein Stück Heimat in der Fremde zu geben.
Und ich muss echt sagen, unser Nikolaus war spitze! Zwar gibts in Amman oder im gesammten Nahen Osten bestimmt nicht viele schwäbisch sprechende Nikoläuse, doch genau das hat es so besonders gemacht!
Deshalb ein ganz großes Dankeschön an unseren Nikolaus!!!
Nur seltsam, dass er genau die Schuhe anhatte wie Fabi, was Lisa fest gestellt hat =)?!
Liebe Weblogleser, liebe Freunde,
unweigerlich nähern wir uns der frohen Weihnachtszeit. Ein Tag nach dem Nikolaus haben wir Volontäre uns aufgemacht, den nördlichen Anrainerstaat Syrien zu besuchen. Unsere Kollegen aus der Partnerschule im Libanon, der Johann-Ludwig-Schneller-Schule (JLSS), haben mit ihrem extrem langen Bericht vorgelegt. Ich möchte mich bewusst etwas kürzer fassen und zudem auf deren Bericht verweisen (-> zum Bericht von Uli und Jakob, klicke hier).
Für umgerechnet günstige 8,50 € startete unser VIP Bus von einem der städtischen Busbahnhöfe in Richtung Damaskus (ريمشقو). Die erste Hürde, und das war uns schon davor bewusst, sollte die syrisch-jordanische Grenze darstellen. Das Problem lag hierbei darin, dass wir schon in Israel waren. Da wir aber zwei Pässe für diesen Trip benutzt haben, sollte es kein Problem sein. War es aber. Wie erkläre ich das jetzt möglichst verständlich. Vielleicht fange ich damit an, dass Israel und Syrien bzw. Israel und der Libanon sich nicht gegenseitig als Staaten anerkennen. Das hat für Reisende praktisch zu bedeuten, dass mit einem israelischen Stempel im Pass eine Einreise nach Syrien unmöglich ist. Wir wussten das, deswegen haben wir uns in Deutschland einen zweiten Reisepass besorgt. Somit konnte der israelische Einreise- und Ausreisestempel in den noch jungfräulichen zweiten Pass. Was wir allerdings nicht wussten, die 3-monatige jordanische Aufenthaltserlaubnis erlischt bei jeder Ausreise und wird bei Wiedereinreise neu vergeben – ganz genau einen Monat besitzt man danach wieder. Jetzt kommt der Clou. Die Syrer sind mittlerweile so spitz, dass sie diese einmonatige jordanische Aufenthaltsgenehmigung wie einen Stempel von Israel ansehen. Warum? Weil wir weder einen Einreise- noch einen Ausreisestempel im Pass besitzen und das gibt es nur an der Grenze zur Westbank/Israel. Ich hoffe, es wurde ein bisschen klar. Ich habe es am Anfang auch nicht verstanden. Jedenfalls hat der Beamte an der Grenze den Braten gleich gerochen und die Pässe zusammen mit uns zur Seite geschoben. Nach gut 45 Minuten Wartezeit hat es Gott sei Dank doch geklappt. Zum einen hat der Busfahrer Druck gemacht, da er weiter musste, zum anderen habe ich immer wieder gesagt, dass ich nicht weiß, woher der einmonatige Aufenthaltsgenehmigungsstempel herkommt. Ich hätte damit nichts zu tun, ich habe meinen Reisepass immer meiner Dienststelle mitgegeben um die bürokratischen Dinge zu regeln.
Von Amman nach Damaskus haben wir somit vier Stunden gebraucht. Den Nachmittag sind wir ein wenig in der Altstadt herumspaziert. Entlang des schönen überdachten Suqs (orientalischer Basar) bis zur prächtigen Omayadenmoschee. Abends stießen wir im Hotel auf Uli und Jakob, die vom ems in der JLSS tätig sind. Nach einem leckeren Snack in der Altstadt stand für Tonio, Jakob und mich noch ein Besuch in einem arabischen Hammam an. Das ist eine Badeanstalt, in der man neben einer „Schrubbwäsche“ auch eine wohltuende Massage bekommt. Der mit heißem Wasserdampf gefüllte Raum besitzt in allen Ecken Steinwaschbecken, in die sowohl heißes als auch kaltes Wasser eingelassen wird. Mit Aluschalen, ähnlich kleinen Futternäpfen, begießt man dann entweder sich oder seinen Nächsten. War ne ziemlich coole Sache, sodass wir bestimmt zwei Stunden im Bad verbracht haben.

Nach dem Badevergnügen entspannt man sich bei einer kühlen Cola und einem netten Plausch.
Am nächsten Tag stand Damaskus als Hauptsehenswürdigkeit an. Es ging nochmals durch den Suq, wir waren in der Großen Moschee (Omayadenmoschee), im Azem Palace, im christlichen Viertel, im Haus des Ananias und pünktlich zur Dämmerung auf dem Jabal Qaisyun (Qaisyun Berg). Die Aussicht von dort oben auf die 5 Mio. City ist der Wahnsinn. Das konnte keine Kamera einfangen. Es ist auch nicht verwunderlich, dass der Straßenverlauf am Hang mit zahllosen Einkehrmöglichkeiten bespickt ist. Eine davon haben wir bei Tee und Wasserpfeife auch genutzt und uns über unsere bisherige Aufenthaltszeit ausgetauscht. An dieser Stelle möchte ich euch anderen Volos sagen, dass es mir echt riesig Spaß mit euch gemacht hat. Wir sind wirklich ne tolle Truppe und verstehen uns super. Danke für eine unvergessliche Zeit und großartige Gespräche.

Frauen müssen sich in einer Moschee komplett bedecken – in der Großen Moschee mussten das unsere auch.

Atemberaubend. Das Lichtermeer der 5 Mio. City Damaskus bei Nacht.
Die antike Wüstenstadt und Oase Palmyra war unser Tagesausflug am Dienstag. Es hatte viel Ähnlichkeit mit Jerash in Jordanien. Seht’s euch am besten an.

Der Torbogen zur großen Kolonnadenstraße.

Ein Über-blick.
Als ganz persönlichen Höhepunkt unserer Syrienreise empfand ich den Krak des Chevaliers am Mittwoch, eine mächtige Kreuzfahrerfestung. Dort haben wir ganze vier Stunden verbracht.

Der Krak des Chevaliers.
Weiter gings in einem syrischen VIP Bus nach Aleppo (O-Ton: „Is it a modern bus?“ – „Very modern. Very, very modern. Made in Syria.”). Ich war etwas verschnupft, aber den Gestank konnte selbst ich ausmachen.
Sehr lustig fand ich in Aleppo, dass über die Feiertage – es war gerade Eid al-Adha, das viertägige Opferfest der Muslime zum Gedenken an die Sohnesopferung Abrahams – an die 50.000 Türken in der Stadt waren. Von Aleppo ist die syrische Grenze nach Anatolien nur rund eine Autostunde entfernt.

Von der Zitadelle auf Aleppo blickend.
Der letzte Abend in Aleppo wird mir bestimmt auch ewig in Erinnerung bleiben, weil er mir persönlich gezeigt hat, dass wir Volontäre einen bisher total coolen Aufenthalt hatten, mit Höhen und Tiefen, Heimweh und Abenteuerlust. Das Ambiente in diesem syrischen Restaurant war sehr vornehm, aber auch gleichzeitig orientalisch. Mit leichter live Pop- und Jazzmusik im Hintergrund, ein paar kühlen Bierchen, leckeren Kleinigkeiten und der wohl bisher besten Wasserpfeife empfand ich bei den lustigen Gesprächen einfach nur Glück und Fröhlichkeit. Ich glaube, wir alle haben wieder die Akkus für unsere anstrengenden Aufgaben gefüllt.

Die tollste Crew im Uhrzeigersinn: v.l. Franzi, Helen, Henrike, Fabi, Tonio und Rainer. Bester Abend ever.
Liebe Freunde, liebe Weblogleser. Nur das Beste,
Euer Fabi
Liebe Weblogleser,
folgender Artikel wurde von mir für das Gemeindeblatt der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache im Heiligen Land verfasst. Viel Spaß beim Lesen
Die Rucksäcke waren geschnürt, die Wasserflaschen gefüllt, doch wer sollte die Verantwortung tragen? Denn Verantwortung war bei diesem Ausflug besonders gefragt. Es sollte doch die Strecke vom Mar Elias bis zur mächtigen Araberfestung Qala’at ar-Rabad als Wanderroute dienen. Ausgerüstet mit Kompass und einem Faltblatt zur Region um Ajlun wurde der liebe Rainer nicht ganz freiwillig mit dieser anspruchsvollen Aufgabe beauftragt. Als der Hügel des Propheten Elias mit seinen Überresten einer byzantischen Kirche ausgiebig erkundet war und der Bulli-Bus der Pfarrersfamilie Pithan abgeschlossen wurde, begann der rund 10 km lange Marsch über Stock und Stein. Orientiert haben wir uns immer an der Spitze der Festung, die von den Hügeln aus immer gut zu sehen war. So passierten wir Weinberganlagen, Steinmauern und „jordanische Wälder“. Eines mussten wir auf dieser Tour doch feststellen, die Gegend um Ajlun ist im Vergleich zu anderen Gegenden Jordaniens richtig grün. Zwar existiert auf den von Bäumen gespickten Hügeln kein Unterholz, aber nichts desto trotz hat dieser Landschaftstyp einen gewissen Charme.
Nach gut vier Stunden Wanderung und einigen komischen Blicken der Einheimischen, die es wohl nicht verstanden, warum Touristen mit Rucksäcken bepackt durch die Pampa streunen, war die Burg von Ajlun erreicht. Auf den Gemäuern wurde dann erst einmal gevespert. Mit der Stärkung im Bauch war dann unsere Suche nach dem Schatz der Burg auch nicht mehr schwer. Wer mehr über den Schatz dieser mächtigen Festung erfahren möchte, der sollte sich bei Gelegenheit auf www.geocaching.com nach „A mighty fortress“ erkundigen. Am Ende des Tages und müden Beinen konnten wir trotzdem behaupten, Ajlun ist für jeden Besucher Jordaniens mit ausreichend Zeit eine Reise wert.
Liebe Weblogleser, liebe Freunde und Verwandte aus Deutschland,
die Fakten liegen nun auf dem Tisch. Der Direktor der Theodor-Schneller-Schule, Hanna Mansur, der von der anglikanischen Kirche an diese Stelle strafversetzt wurde, muss laut Angaben aus der Synode nach Salt weiterziehen. Die große Frage bleibt jedoch, wann dies der Fall ist. Herr Mansur spricht noch von schätzungsweise einem Jahr, Verantwortliche aus den Schneller-Vereinen und dem Evangelischen Missionswerk Südwestdeutschland (ems) wollen den Wechsel unbedingt so schnell wie möglich durchziehen, am besten noch im Dezember, spätestens im Januar.
Eine neue Stelle an der Schule hat seit knapp zwei Wochen Klaus Schmid, der Vorsitzende des EVS, der für ein Jahr lang Advisor des aktuellen und des neuen Direktors sein wird, um die nötigen Anstöße für Veränderungen zu bringen. Er ist jetzt auch offiziell vom ems für uns Volontäre zuständig, wobei wir schon gemeinsam ausgemacht haben, dass auch weiterhin Musa al-Munaizel mit Rat und Tat zur Seite steht.
Seit dem letzten Eintrag in unserem (oder sollte ich besser sagen meinem) Internettagebuch am 13. November haben wir wieder viel unternommen. Seit die kleine Küche in unserem Korridor mit einem Schloss versehen wurde, haben wir sie fürs Erste auf Vordermann gebracht und sie jeweils mit einem Pasta- und einem Pizzawochenende wunderbar eingeweiht. Außerdem lag mein erster englischsprachiger Kinobesuch in der City Mall an. James Bond: Quantum Of Solace. Der Film war meiner Meinung nach wieder sehr gut, wobei ich sagen muss, dass ich nicht alles verstanden habe. Ich glaub, der Daniel Craig nuschelt als ein wenig. Was lag sonst noch an? Wir waren schön Wandern, in der Gegend von Ajlun. Den Bericht seht ihr in ‘nem extra Artikel.
O la la, mach mir eine Pizza, o la la, Pizza wunderbar.
Zum Geburtstag von Muntaser (vorne rechts) gabs lecker Pasta.
Jetzt geh ich mal mein zweites Türchen in meinem Adventskalender aufmachen und wünsche euch allen eine gesegnete und warme Adventszeit. Ihr werdet erst wieder nach dem 12. Dezember was von mir hören, voraussichtlich frisch zum 3. Advent. Der Grund dafür ist unsere bevorstehende Adventsreise in den Anrainerstaat Syrien, die am kommenden Sonntag beginnt.
Bis dahin nur das Beste, euer Fabi