Wenn mal wieder nicht alles hier so läuft, wie man es sich gerne wünscht, dann muss man im wahrsten Sinne des Wortes „Abwarten und Tee trinken“. Nichts geschieht schnell, sondern shwai shwai, gemach gemach. Heute funktioniert nach langer langer Zeit, genauer gesagt nach einer Woche, das Internet wieder. Während unsrer Zeit in Israel hat sich ein Taugenichts über den zweiten, nicht gut gesicherten Eingang Zugang zur Bibliothek und dem Router verschafft und ihn gestohlen. Da merkt man mal, wie abhängig man von dieser Technik schon ist, dass man selbst eine Woche als lang bezeichnet. Auch Musa, der pädagogische Berater der TSS, war fast am Rande eines Nervenzusammenbruchs, da seine wichtigste Arbeitsquelle, sein e-Mail Postfach, plötzlich mit einem enormen Aufwand verbunden war, da er jedesmal 5 Minuten ins Seilgartenoffice stiefeln musste, um seine Mails abzurufen. Die Männer aus der Hausmeisterei haben jetzt eine Mauer in der Bibliothek errichtet, sodass nur noch der Zugang über das vordere Treppenhaus möglich ist. Der neue Router kam wie gesagt heute und somit öffnet sich für uns wieder die wunderbar weite Welt des Worl Wide Webs.
Die Tage hat jetzt auch unsere Waschmaschine und mein Wasserhahn im Zimmer gestreikt. Bei meinem Wasserhahn hat sich nach kurzer Nachforschung seitens eines jungen Mitarbeiters der Hausmeisterei, die alle sehr zuvorkommend aber gemütlich sind, herausgestellt, dass der interne Doktor, Abu Samir, die Leitung ausversehen ein Stockwerk höher abgestellt hatte. Mit der Waschmaschine warten wir noch vergeblich. Kurzerhand hab ich dann halt meine ganze Schmutzwäsche in die Wäscherei gegeben, wo sie morgen hoffentlich trocken vorzufinden ist.
Eine andere Sache, keine Wahnsinnsgeschichte, aber doch ein ziemlich charakteristisch, war die Neustreichung des Bades, wo wir alle duschen. Zum Streichen haben sie die Kleiderhakenleiste weggeschraubt, die meines Wissens nur mit Nägeln krumm an der Wand hing. Als dann die Streicharbeiten vorbei waren, verging mindestens eine Woche, in der das Brett immer noch nicht hing. Keine Ahnung, wo die anderen Schmutzfinken in dieser Woche ihr Handtuch und die neue Unterwäsche hingelegt haben, ohne, dass beides nass wurde. Mich hat das total gestört und deswegen hab ich kurzerhand in der Schreinerei einen Bohrer, Dübel und Schrauben besorgt. Eine Sache von einer halben Stunde – naja, nicht ganz, weil bei jedem, wo ich irgendetwas geholt habe, ein Tee getrunken wurde. Ratzfatz waren die Löcher gebohrt, die Dübel versenkt und das Brett tip top an der Wand festgemacht. Vielleicht streiche ich es demnächst sogar mit einer schönen Lackierung. Die Jordanier von meinem Korridor geschweige denn die Mädels hätten jetzt bestimmt die restlichen Monate ihr Handtuch und die neue Wäsche irgendwo hingelegt, wo es nass wird oder ekelhaft ist. Dabei war das echt kein Umstand. Probleme sind da, um gelöst zu werden. Dann kann das Leben so einfach und unbeschwert sein. In diesem Sinne, nur das Beste und Glück auf. Es gibt immer was zu tun.
Euer Fabi
PS: Ich möchte jetzt mal einen kleinen Aufruf starten, der die anderen Autoren dieses Webtagebuches zum Schreiben verbannen soll. Also wer diesen Artikel liest und zufällig jemand der restlichen Crew kennt und irgendwelche Kontaktdaten hat (ICQ, MSN Messenger, StudiVZ, facebook, e-Mail etc.), bitte ganz ganz arg nerven. Am besten jetzt gleich nach dem Lesen zu bombardieren. Ich schreibe zwar sehr gerne für dieses Tagebuch, da ich auch der Administrator bin, ich möchte aber nicht Alleinunterhalter sein. Vielen Dank für eure Mithilfe.


